Kleine Schule – Großes Engagement
 
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Liebe Eltern, liebe Schüler, 

 

sicher wollen Sie/ wollt Ihr wissen, was mit den Spenden und Weihnachtspäckchen die das Landschulheim Grovesmühle dem "Verein Kinderhilfe für Siebenbürgen e.V." übergeben hat, passiert ist. Deshalb haben wir diesen Rückblick angefertigt, der aber nur einen kleinen Teil der Arbeit des Vereins "Kinderhilfe für Siebenbürgen e.V." wiedergibt. Was also ist im Jahr 2017 in Sibiu passiert?

 

Wir zeigen Fotos, z.B. von Miluti (16 J.), der sich, dank der Hilfe des Vereins, im 2. Ausbildungsjahr zum Kfz-Mechaniker befindet. Seine Eltern sind gestorben und Miluti nimmt jede Arbeit an, um für sich und seine Geschwister ein festes Haus aus Stein zu bauen. Oder von Gruia und Nicolai, die sich dank der Hilfe im Pippi-Langstrumpf-Haus, beide in der Ausbildung befinden. Außerdem zeigen wir Fotos vom "kleinen Kinderhaus", in dem Roma-Kinder aus schwierigen Verhältnissen Schutz, Fürsorge und Obdach bekommen. Anhand der Fotos ist auch zu erkennen, wie unterschiedlich die Lebensverhältnisse in Sibiu sind. 

Es gibt genau wie bei uns "Einkaufsparadiese" - nur können die von Roma nur betreten werden, wenn sie einen Lebensmittelgutschein haben, den Jenny Rasche dank Ihrer/ Eurer Hilfe für ihre Familien bezahlen kann. In Sibiu gibt es auch schicke Wohnungen - allerdings nur für die Mittelschicht. Sie befinden sich in nur 100 Metern Entfernung von den Slums, in denen die Roma leben müssen. 

Rumänien ist mit sehr großen sozialen Problemen konfrontiert und nimmt diese Probleme auch in Angriff. Das Land leidet noch immer unter den Folgen des "sozialen Experiments" aus der Ceausescu-Ära, in der der Staat als besserer Erzieher als die Eltern galt. Viele Kinder mussten damals eine trostlose Kindheit in staatlichen Kinderheimen verbringen, unter deren Folgen sie noch heute leiden. Nur zwingt im Jahr 2018 kein Diktator sondern die Armut rumänische Mütter ihre Kinder bei Verwandten oder in Kinderheimen zurückzulassen, wenn sie nach Westeuropa aufbrechen um dort Arbeit zu finden. Es gibt sogar eine spezielle Bezeichnung für diese Kinder. Mann nennt sie "EU-Waisen". 

Die rumänische Justiz kämpft gegen Korruption, Vetternwirtschaft und Amtsmissbrauch in Politik und Wirtschaft. Die Menschen leiden unter einer schwerfälligen Bürokratie, die oft gegen die Interessen ihrer Bürger handelt. Gegen Kleptokratie ("Herrschaft der Diebe") und für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte sind im Jahr 2017 in Bukarest Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Sie fürchten den Rückfall ihres Landes in eine Autokratie und demonstrierten gegen die große soziale Ungleichheit. Diese Menschen fühlen sich den Werten, auf denen die Europäische Union beruht, verpflichtet und wünschen sich daher mehr Solidarität und Unterstützung - auch beim Schutz von Minderheitenrechten - von der EU. 

Zum Schluss haben wir noch Fotos von der Weihnachtsfeier geschickt bekommen, auf die die Kinder sehnlich gewartet haben, um dann stolz ihre Geschenkpäckchen zu ihren Familien zu tragen.