Kleine Schule – Großes Engagement
 
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Kinderrechte

 

Am 20. November 2014 wurde die UN-Kinderrechtskonvention 25 Jahre alt. Doch bis heute sind die Kinderrechte auch in Deutschland noch nicht vollständig umgesetzt. Bei uns geht es allerdings weniger um elementare Menschenrechte als vielmehr um politische und soziale Mitsprache- und Teilhaberechte für Kinder und Jugendliche. Die SchülerInnen der Klassen 9 haben sich über noch nicht durchgesetzte Forderungen Gedanken gemacht. Hier einige Ergebnisse.

Sollen Kinderrechte ins Grundgesetz aufgenommen werden?

„Meiner Meinung nach sollten Kinderrechte ins Grundgesetz aufgenommen werden, weil sie jetzt viel zu sehr aus den Augen verloren und außer Acht gelassen werden. Es gibt viel zu viele Eltern, die denken, nur weil ihr Kind ihr eigen Fleisch und Blut ist, alles mit ihm anstellen zu können, was sie wollen. Sie vergessen dabei, dass Kinder auch normale Menschen sind und auch Rechte haben. Die Menschheit schaut viel zu oft weg, wenn Kinder Probleme haben. Sie nehmen Kinder weniger ernst, weil sie denken: ‘Ach, die sind noch zu klein und wissen gar nicht, was sie wollen.‘ Ich finde, man sollte die Kinderrechte gleichsetzen mit den Menschenrechten. Denn, wenn das passieren würde, würde das Kindeswohl an erster Stelle stehen. Viele Eltern lassen ihre Kinder verwahrlosen und ignorieren die Wünsche, Interessen oder Ideen ihrer eigenen Kinder.  […] Die Menschheit muss aktiver und wachsamer werden. Denn Kinder sind das Gleiche wie Erwachsene, nämlich einzigartige Personen.“ Nuria

 

„Ich finde, die Kinderrechte sollten im Grundgesetz stehen, da uns dann viel mehr geholfen wird und besonders den verwahrlosten und misshandelten Kindern mehr Hilfe gegeben wird. Die Kinder müssen ihre eigene Meinung sagen dürfen und auch wählen dürfen, da Kinder genauso eigenständige Menschen sind wie volljährige Erwachsene. Wenn die Kinderrechte in das Grundgesetz geschrieben werden, würde es viel mehr Stärke besitzen.“ Hannes

 

Kinderrechte sollten ins Grundgesetz, da bei Verstoß dann auch geklagt werden kann. Kinderrechte würden die Eigenständigkeit des Kindes unterstützen. Auch wenn Kinderrechte – als Menschenrechte – ungefähr im Grundgesetz stehen, stehen sie dort nicht genau, was wiederum heißt, dass sie nicht dort stehen. Kinderrechte sollten ins Grundgesetz aufgenommen werden, damit die Eltern ihr Kind als Individuum respektieren. Jonas

 

Fotoserie Kinderrechte

 

Soll das Wahlrecht für Kinder eingeführt werden?

„Ich bin dafür. Wir können mehr zu unserem Land beisteuern. Außerdem wissen wir dann schon viel früher, wie es in der Politik zugeht. Ich finde aber, dass die Kinder erst ab 12 Jahren wählen sollten, da sie vorher noch ein Kinderleben haben sollten, in dem sie sich nicht mit Politik beschäftigen. Ich finde, dass die Politik sich mehr auf Kinder einstellen sollte und Themen besser erklären sollte. In der Grundschule kann ja schon in der sechsten Klasse über Politik aufgeklärt werden. Dann können die Kinder, die sich sehr dafür interessieren, wählen. Außerdem kann die Politik dann besser auf unsere Wünsche eingehen.“ Celina

 

„Ich bin gegen ein U18-Wahlrecht, denn Kinder sind oftmals noch zu unreif und zu leicht zu beeinflussen, weil sie nur nach oberflächlichen Gründen entscheiden, wen sie wählen. Wenn eine Partei etwas verspricht, wie z.B. Konsolen für alle Kinder, dann würden viele Kinder nur aus diesem Grund die Partei wählen - nicht aber weil sie an politischen Hintergründen interessiert sind. Die Kinder könnten auch einem Gruppenzwang folgen und alle eine Partei wählen obwohl sie die Partei und ihr Programm gar nicht kennen, weil sie noch nicht ihre eigene Meinung vertreten wollen. Viele Kinder würden auch die gewieften Reden und Werbungen der jeweiligen Partei nicht verstehen und somit die falsche Partei wählen. Deshalb bin ich gegen eine U18-Wahl.“ Jakob

 

Soll ein Jugendparlament die Rechte von Kindern und Jugendlichen vertreten?

 

In Halberstadt gibt es seit 1999 ein Jugendparlament, mit dem die Jugendlichen sowohl positive wie auch negative Erfahrungen gemacht haben. Unsere SchülerInnen sollten  – auf den Erfahrungen der Halberstädter aufbauend – Ideen entwickeln, wie ein Jugendparlament funktionieren könnte, um die Interessen der Jugendlichen wirksam zu vertreten.

 

„Positiv: Das große Interesse der Jugendlichen. Viele wollten dabei sein und hatten gute Ideen. Sie haben viel dazu gelernt. Negativ: Die Ideen waren kaum umsetzbar, deshalb haben viele die Lust verloren.“

Man sollte vielleicht einige erfahrene Leute ins Jugendparlament bringen. Sie könnten helfen, gute Ideen umzusetzen oder Hürden zu überwinden. Man könnte Umfragen bei den Jugendlichen machen, um herauszufinden, was sie gut finden oder gerne ändern würden oder ob sie sogar tolle Ideen für eine eigene Partei haben. Man sollte Jugendliche aus verschiedenen Schulen und Ländern ins Jugendparlament einladen. Denn auch ein Jugendparlament sollte ‚bunt‘ sein. Vor allem sollte man realitätsverbunden sein/bleiben, damit man sein Programm auch umsetzen kann und damit dann auch Erfolg hat. Man sollte viel probieren, was gut ankommt und was nicht.“ Lina

 

„Positiv: Sie glauben an sich, haben viele Ideen  und wollen etwas verändern. Negativ: Es dauerte alles sehr lange, deshalb hatten viele keine Lust mehr. Das Jugendparlament schaffte es nicht, alle Jugendlichen zu repräsentieren. […] Es sollten sich Schüler aus allen Schultypen und unterschiedlichen Schulen miteinander austauschen und ihre Ideen teilen. Außerdem sollten nur Leute da sein, die darauf Lust haben, etwas zu verändern.“ Thomas