Kleine Schule – Großes Engagement
 
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Planspiel Europa: Flüchtlinge

Am 20. Januar 2016 waren fünf MitarbeiterInnen von „GoEurope“, die uns schon von den Europatagen bestens bekannt sind, in der „Groves“. Sie haben mit unseren Klassen 10 ein Planspiel zur europäischen Gesetzgebung durchgeführt. Es klingt erst einmal sehr kompliziert, wenn man sich vorstellt, dass sich 50 (SchülerInnen-)Delegierte von insgesamt 350 Vertretern aller Regionen aus 28 EU-Staaten auf einen gemeinsamen Gesetzesvorschlag zur Aufnahme von Flüchtlingen – denn darum ging es in dem Planspiel – einigen sollen. Da ist Streit vorprogrammiert und eine große Kompromissbereitschaft gefragt. Natürlich braucht man auch starke Bündnispartner, wenn man die Interessen seiner Region erfolgreich durchsetzen will. Im Alleingang geht da gar nichts! Also immer freundlich und höflich zu den Mitspielern sein, denn man braucht sie vielleicht für eine Koalition. Auf kritische Fragen der Presse muss man immer sachlich reagieren - es sei denn, man möchte das Hauptthema in den Abendnachrichten von 28 Ländern sein. Redegewandt und flexibel muss man auf jeden Fall, schüchtern darf man auf gar keinen Fall sein. Es waren sehr komplexe Anforderungen, die das Planspiel an unsere SchülerInnen gestellt hat, und man muss sagen, dass sie diese Herausforderung souverän gemeistert haben.

Doch jetzt zurück auf Start, d.h. zur offiziellen Beschreibung des Spiels:

„Das Planspiel ‘Next Level: Europe. Das Spiel der Regionen‘ macht die verschiedenen Dimensionen europäischer Gesetzgebung spielerisch erlebbar. Auf der einen Seite wird die Rolle der europäischen Institutionen deutlich. Rat, Ausschuss der Regionen und Kommission sind direkt im Spiel vertreten, aber auch die Rolle des Parlaments im Rahmen der Gesetzgebung wird erwähnt. Auf diesem Weg lernen die Teilnehmer die Grundzüge europäischer Gesetzgebung kennen.

Auf der anderen Seite lösen sich die Teilnehmenden von der Vorstellung, EU Gesetzgebung sei eine ‚Black-Box‘, in der nationale Regierungen frei schalten und walten können. Durch die intensive Beteiligung der Regionen wird verdeutlicht, dass die Ratsmitglieder im Spannungsfeld zwischen Regionalinteressen und den Forderungen der anderen Ratsmitglieder agieren und den Interessenausgleich zwischen den beiden Ebenen im Blick behalten müssen.“

Weitere Informationen unter: http://www.europaplanspiel.de

 

Und zum Schluss noch zwei Schülerinnenberichte und Fotos von einem ereignisreichen und sehr gelungenem Tag.

„Stellen Sie sich vor, Sie kommen zur Schule und bekommen gesagt, dass Sie heute einen Europatag haben. Dann sitzen Sie also mit drei Klassen in einem Raum und hoffen auf etwas Aufregendes. Es war aufregend! Es war nichts Theoretisches. Wir spielten ein Rollenspiel. Jeder bekam die Rolle einer politischen Persönlichkeit. Ich war der ständige Vertreter Schwedens und Leiter des ‚Rat der EU‘. Da saßen wir also, sechs Länder mit jeweils zwei Vertretern. Wir bekamen einen Gesetzvorschlag, den wir überarbeiten sollten. Also begannen wir zu diskutieren. Das war gar nicht einfach. Besonders Frankreich und Italien konnten keinen Kompromiss eingehen. Ich glaube, wenn wir keine Zeitbegrenzung gehabt hätten, hätten wir noch Stunden dagesessen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie lange es dauern würde, wenn 28 Länder beteiligt wären. Es hat aber sehr viel Spaß gemacht. Praktisch zu lernen ist immer spannender und ich glaube, jeder wird es in Erinnerung behalten.“

Jola, Klasse 10

 

„Ich fand das Europaplanspiel sehr interessant. Ein Planspiel dieser Art ist für uns neu gewesen. Trotzdem hat es mir persönlich Spaß gemacht. Am Anfang wurde uns erklärt, was der Rat der EU, die Europäische Kommission und der Ausschuss der Regionen machen. Da habe ich es noch nicht ganz verstanden. Doch als wir mit dem praktischen Teil begonnen haben, habe ich es verstanden. Wir haben alle ein Namensschild bekommen, darauf stand unser Spielname, -beruf, -region bzw. -land. Ich war eine Abgeordnete der Region ‚Schlesien‘ in Polen. Außerdem war ich Leiterin des ‚Ausschuss der Regionen‘. Trotz ein paar Schwierigkeiten am Anfang, hat es sehr viel Spaß gemacht. Wir haben Informationen bekommen, mit denen wir uns sehr gut in unsere Rolle versetzen konnten. Im Ausschuss der Regionen haben wir die Gesetzesvorschläge der Kommission ausgearbeitet. Und wenn wir mal Hilfe brauchten, haben uns die Betreuer geholfen. Allgemein fand ich den Tag spannend.“

Teresa, Klasse 10