Kleine Schule – Großes Engagement
 
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Globaler Stadtrundgang 2012 bis 2015

 

„Globaler Stadtrundgang in Halberstadt“

 

Von Oktober bis November 2012 erarbeiteten Schüler/innen der Klassenstufe 9 des Landschulheim Grovesmühle im Rahmen eines Projektes des EINE WELT Netzwerk Sachsen-Anhalt e.V. und Engagement Global einen „Globalen Stadtrundgang“ für die Stadt Halberstadt. In sieben Bildungseinheiten wurden Inhalte und Materialien von den Schüler/innen zu den Themen Schokolade, Fleisch, Handy, Textilien, Kaffee und Sportschuhe in Zusammenarbeit mit Projektkoordinatorin Ulrike Bürger und der Lehrerin Gabriele Rudnik erarbeitet. Dabei stießen die Schüler/innen auf viele Fragen zum Beispiel „Wer zahlt den Preis für meinen Turnschuh?“, „Woher kommt das Metall aus meinem Handy?“ oder „Was hat mein Fleischkonsum hier mit der Zerstörung der Regenwälder in Brasilien zu tun?“. Die Zusammenhänge unseres lokalen Konsums und deren globale Effekte stellten die Schüler/innen heraus. Sie wagten eine kritische Reflexion des alltäglichen Konsums und stellten Fragen zu einer nachhaltigen Entwicklung. Wichtig war es, in diesem Zusammenhang vor allem die Alternativen und Handlungsmöglichkeiten zu betrachten. Zum Beispiel der Schokolade aus dem Fairen Handel: Während die Kakaobauern an einer konventionellen Tafel Schokolade mit 24 Stücken nur ein halbes Stück verdienen, sind es im Fairen Handel immerhin 5 Stücke, die bei der Genossenschaft bleiben. Zudem gibt es Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit und eine Stärkung der Genossenschaften v.a. in den afrikanischen Ländern.

 

 

 

Globaler Stadtrundgang Braunschweig 2014

Fairtrade

Eine Alternative für kritische Konsumenten?  

von Fridthjof Abel (2014/15)

Definition: Als fairer Handel wird ein kontrollierter Handel bezeichnet, bei dem den Erzeugern für ihre Produkte ein von Fair-Trade-Organisationen festgelegter Mindestpreis bezahlt wird, wenn sie im Gegenzug bestimmte soziale und ökologische Standards einhalten (z.B. Verbot von ausbeuterischer  Kinderarbeit, Verbot des Einsatzes gentechnisch veränderter Organismen). Damit soll den Produzenten bei stark schwankenden bzw. zu niedrigen Marktpreisen an den Rohstoffbörsen ein höheres und verlässlicheres Einkommen als im herkömmlichen Handel ermöglicht werden. Ziel bei der Einführung des fairen Handels war in erster Linie eine wirksame Armutsbekämpfung. Heute hat der faire Handel eine noch größere Bedeutung. Es geht um die Veränderung der internationalen Handelsstrukturen, die den Süden benachteiligen und um die Schaffung von Gerechtigkeit in den weltweiten Handelsbeziehungen. Denn Gerechtigkeit ist die Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden.

 

 

Kritik an Fair Trade

  • Die Stiftung Warentest hat viele von ihr untersuchte Produkte als „intransparent“  bezeichnet und spricht teilweise von Etikettenschwindel bzw. Täuschung der Verbraucher, weil der Anteil von fair gehandelten Zutaten in einem von ihr untersuchten Produkt gerade mal 20% betrug und bei  anderen Produkten der faire Anteil zu hoch angegeben wurde.
  • Die Bauern erhalten auch beim fairen Handel oft nur den Mindestlohn, während Zwischen- und Einzelhändler weiterhin den größten Anteil am Gewinn bekommen.
  • Es kommt mittlerweile zu massenhaften Zertifizierungen, die mit hohen Zertifizierungskosten für die Produzenten verbunden sind und ihren Absatz und Gewinn schmälern.
  • Es gibt 27 verschiedene Siegel, wodurch eine große Unübersichtlichkeit entsteht.
  • Es gibt zu wenige Kontrollen, ob die Fair-Trade-Standards auch eingehalten werden.
  • Die Verbraucher haben Angst, dass die ursprünglichen Ideale und Werte verloren gehen, weil sich auch transnationale Konzerne für die hohen Gewinnmargen im fairen Handel interessieren. Um möglichst viel Gewinn zu machen, legen die Unternehmen Wert auf große und verlässliche Mengen, die häufig nur durch Monokulturanbau produziert werden können. Das widerspricht der Absicht von Fair Trade, die internationalen Produktions- und Handelsstrukturen zugunsten der regionalen Kleinerzeuger zu ändern.
  • Ein weiterer negativer Aspekt des Engagements großer Unternehmen: Discounter richten sich bei ihrem Angebot nach den Kundenwünschen. Wollen die Kunden kleine Biokartoffeln aus Ägypten, werden große Biokartoffeln aus Deutschland nicht angeboten. Die regionalen Erzeuger bleiben dann auf ihren Waren sitzen.

 

Trotz berechtigter Kritik wird Fair-Trade als Alternative zum herkömmlichen Handel weiter empfohlen. Wir, als Verbraucher, sollten aber darauf achten, dass die ursprünglichen Ideen nicht verloren gehen: Armutsbekämpfung durch faire Löhne für die Kleinbauern, Veränderung der Wertschöpfungskette zu ihren Gunsten und der - wichtigste Punkt - faire Bedingungen für den Süden im Welthandel!

 

 

Globaler Stdtrundgang Wernigerode 2015

 

Was ist Nachhaltigkeit?

„Schlage nur so viel Holz ein, wie der Wald verkraften kann! So viel Holz, wie nachwachsen kann!“

So formulierte Hans-Karl von Carlowitz 1713 als Erster das Prinzip der Nachhaltigkeit.

 

Seit dieser ersten Definition hat sich die Bedeutung des Begriffs weiter entwickelt. Nachhaltigkeit beschreibt heute einen Weg, den wir beschreiten müssen, um weltweit Gerechtigkeit zu schaffen und unsere Lebensgrundlagen zu schützen. Der Kerngedanke: Wir dürfen nicht länger auf Kosten der Menschen in anderen Regionen und auf Kosten zukünftiger Generationen leben. Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft beeinflussen sich gegenseitig. Es kann langfristig keinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt ohne intakte Umwelt geben. Ebenso wenig kann es gelingen, die Umwelt effektiv zu schützen, wenn Menschen um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen müssen.

Nachhaltigkeit verlangt von allen Menschen, die auf unserer Erde mit ihren begrenzten Ressourcen leben, ein Umdenken.

 

Der Sozialkundekurs 12 hat sich im Unterricht mit dem Thema „Globalisierung“ beschäftigt und am 29.1. 2015 für Schüler der Klasse 8 einen „globalen Stadtrundgang“ in Wernigerode durchgeführt. Das Thema lautete: „Globalisierung und nachhaltiger Konsum“ und hatte zum Ziel, den Jugendlichen bewusst zu machen, dass auch sie durch ihr tägliches Konsumverhalten aktiv das Leben in der globalisierten Welt mit gestalten.

 

Die Schüler des Sozialkundekurs 12 haben für den Stadtrundgang einzelne Stationen zu den Themen Textilien, Sportschuhe, Handys, Kaffee und Tropische Früchte vorbereitet und  ihren Mitschülern erklärt, wie die Produktionsbedingungen, unter denen scheinbar „billige“ Massenware hergestellt wird, aussehen und von denen wir nur wenig wissen. Dabei sind sie auf die wirtschaftliche und soziale Situation der ArbeiterInnen und deren geringe Löhne sowie die Umweltbelastungen unter denen Fertigung und Transport ablaufen, eingegangen. Es wurde deutlich, dass andere den wahren Preis für unseren „preiswerten“ Konsum zahlen. Das ist ungerecht.

 

Aber es wurde auch deutlich, dass es Alternativen gibt. Am Schluss unseres Rundgangs haben wir die Biothek in Wernigerode besucht, die demeter Backwaren anbietet und ein Bio-Bistro betreibt. Wir haben von Herrn Schrader und Herrn Trinkaus eine Menge über den fairen Handel und die gesunde Ernährung erfahren. Wir haben auch verschiedene Sorten fair gehandelter Schokolade probiert, die uns sehr lecker geschmeckt haben, auch weil sie garantiert ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden und wir sie deshalb ohne schlechtes Gewissen essen konnten.

 

Wenn einige SchülerInnen nach dem Stadtrundgang nachdenklicher geworden sind oder sogar überlegen etwas an ihrem Konsumverhalten zu verändern, wäre der erste Schritt zur Nachhaltigkeit bereits getan.

Hier noch ein kurzer Film vom offenen Kanal Wernigerode über unseren Besuch in der Biothek.

http://www.youtube.com/watch?v=8uWIHdQHjBw&sns=em