Kleine Schule – Großes Engagement
 
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schmutzige Schokolade

 

 

Brief der Klasse 8 an die Firma Nestle.pdf

Antwort von der Firma Nestle.pdf

Warum die Klasse 8b Briefe an die Nestlé Deutschland AG geschrieben hat

 

Wir haben uns im Gesellschaftslehreunterricht besonders mit der Situation der Kinder auf der südlichen Halbkugel der Erde beschäftigt und sind dabei auch auf das Thema Kinderarbeit gestoßen. Natürlich gab und gibt es immer und überall auf der Welt Kinder, die ihren Eltern helfen. Auch in Deutschland gibt es beim Jugendschutz Ausnahmen, wenn es um die Beschäftigung von Kindern in der Landwirtschaft geht.

Die Kinderarbeit, mit der wir uns beschäftigt haben, hat aber nichts zu tun mit der im Antwortbrief von Nestlé formulierten „… Mitarbeit der eigenen Kinder in kleinbäuerlichen Familien“. Wir meinten die Verschleppung, Ausbeutung und Versklavung von Kindern auf den Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste, die Miki Mistrati im Jahr 2010 in seinem Film „Schmutzige Schokolade“ aufgedeckt hat. Wir waren darüber so empört, dass einige Schüler auf den Kauf von Nestléprodukten ganz verzichten wollten. (Wir haben als Alternative die „Gute Schokolade“ aus fairem Handel probiert, und die hat uns auch wirklich sehr gut geschmeckt!)

In dem Antwortbrief, den wir erhalten haben, hat uns Nestlé versichert, dass ihr Unternehmen Kinderarbeit unter Zwang „kategorisch ab(lehnt)“, sich aber außerstande sieht, Kinderzwangsarbeit bei der Produktions- und Lieferkette für ihre Produkte völlig auszuschließen. Diese Antwort hat uns nicht zufriedengestellt.

Umso interessierter waren wir, als Anfang des Jahres 2013 eine Fortsetzung der Dokumentation (Schmutzige Schokolade II) über die Kakaoproduktion an der Elfenbeinküste und die Rolle der Schokoladenindustrie von Miki Mistrati ausgestrahlt wurde, die sich besonders mit den Maßnahmen zur Bekämpfung der „worst forms of child labour“, befasste. Die International Cocoa Initiative (ICI), die von Nestlé unterstützt wird, kam in der Dokumentation sehr schlecht weg. Nestlé wollte zwar Farmer in „sicheren Arbeitsmethoden ausbilden“, jedoch hat Mistrati herausgefunden, dass kleine Kinder immer noch mit Macheten arbeiten und dass es dabei jede Menge schlimmer Unfälle gibt. Auch von ICI versprochenen Schulen wurden nicht fertiggestellt oder gar nicht erst gebaut. Deshalb können Kinder immer noch keine Schule besuchen und müssen stattdessen weiterhin schwere und gefährliche Arbeiten bei der Kakaoernte verrichten. Das Fazit seiner zweiten Dokumentation ist entsprechend niederschmetternd: 

„Wir haben kein einziges Projekt (der Schokoladenindustrie) an der Elfenbeinküste gefunden, das erfolgreich ist. Tausende Kinder gehen nicht zur Schule sondern arbeiten auf den Kakaofarmen für unsere Schokolade. Die Schokoladenhersteller haben seit Jahren nur Bruchteile ihrer Gewinne investiert, um ihren Kakaobauern zu helfen.“

Zum Schluss stellt er eine für uns als Kunden sehr wichtige Frage: „Wie können wir Schokolade ohne schlechtes Gewissen genießen?“ und seine Antwort lautet: „Indem wir den Herstellern sagen, was wir wollen. Schokolade ohne Kinderarbeit.“

Das werden wir tun! Und wir hoffen, dass sich durch unsere Aufmerksamkeit und unsere Bereitschaft faire Preise für Schokolade zu zahlen, die Lebensumstände der Kakaobauern und ihrer Familien verbessern lassen. Wir wissen aber auch, dass sich die Situation nachhaltig nur durch die Veränderung der Welthandelsstrukturen zugunsten der afrikanischen Kakaobauern verbessern lässt.

Dokumentation „Schmutzige Schokolade“ 2010: https://www.youtube.com/watch?v=DU2urlZSogc

Dokumentation „Schmutzige Schokolade II“  2012: http://www.youtube.com/watch?v=1bmvJkBTp6g