Kleine Schule – Großes Engagement
 
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Ein Schulhund für das Landschulheim Grovesmühle

 

 

Wie alles begann:

Seit dem Schuljahr 2009/2010, besucht mein Sohn das Landschulheim Grovesmühle als Schüler.

Bei einer klasseninternen Veranstaltung, zu der ich meinen damals zweieinhalbjährigen Labrador Rüden Sunny mit dem Einverständnis der Klassenlehrerin Frau Könnecke und auf Drängen meines Sohnes hin, mitgenommen hatte, genoss er die ungeteilte Aufmerksamkeit der Kinder. Da alle Schüler/innen damit einverstanden waren, konnte Sunny sich frei  im Klassenraum bewegen. Zwei Kinder zeigten Unsicherheiten im Umgang mit ihm und ihre Anspannung war ihnen anzusehen. Da Sunny sie aber nicht wie sonst die meisten Kinder stürmisch begrüßte, sondern auf Abstand blieb, gewannen beide Kinder Vertrauen und entspannten sich. Sie  konnten sein Verhalten und Körpersprache beobachten. Zum Ende der Stunde tolerierten sie bereits ein Vorbeistreifen von Sunny, ohne zu erschrecken. Im Anschluss an diese Stunde wurde sowohl von den Schülern und Schülerinnen als auch von der Klassenlehrerin der Wunsch geäußert, ob Sunny nicht häufiger zu Besuch kommen könnte.

Auf jeden weiteren Besuch freuten sich die Kinder sehr und Sunny und ich wurden schon auf dem Schulhof erwartet.

Nachdem wir im November 2010 die Ausbildung zum Therapiebegleithund-Team begonnen hatten, wurde die Idee vom „Schulhund in der Klasse 6b“ von Frau Könnecke an uns herangetragen, da allein durch die Anwesenheit von Sunny im Unterricht, die Atmosphäre in der Klasse spürbar positiv beeinflusst wurde. 

Nachdem wir das Einverständnis der Schulleitung, der Eltern und der Schülerinnen und Schüler hatten, begann am 06.06.2011 Sunnys erster offizieller Schultag als Probeschüler in der damaligen 6b.

Damit sich alle Beteiligten wohlfühlen,  wurden gemeinsam  „Sunny Regeln“ erarbeitet, die für die Orientierung der Kinder wichtig sind und Rituale enthalten, wie das Hände waschen am Stundenende.

Im Gespräch mit den Kindern über ihre eigenen Bedürfnisse und die des Hundes, lernen sie Empathie zu empfinden und über ihre Emotionen zu sprechen.

Der jeweilige Klassendienst übernahm die Aufgabe vor jeder Stunde mit Sunny, seinen Ruheplatz vorzubereiten, den Napf mit frischem Wasser zu füllen und zu kontrollieren, dass nichts auf dem Boden liegt, was Sunny verschlucken könnte. Jeder sorgt dafür, dass die Ranzen und  Brotboxen geschlossen sind.

An der Klassentür wurde dieses Schild  angebracht: Bitte beachten und an der Tür klopfen: Schulhund Sunny ist in der Klasse!

 

Die Rückmeldung aller Beteiligten war sehr positiv. Die Präsenz von Sunny sorgte für eine angenehmere Atmosphäre, ein ruhigeres und konzentrierteres Arbeitsverhalten und einen rücksichtsvolleren Umgang miteinander.

 

 

Wie alles weiterging:

Seit 2011 begleiten Sunny und ich regelmäßig den Unterricht in den jeweiligen 5. und 6. Klassen.

Jede Stunde mit dem Schulhund beginnt damit, dass die Schüler ihren Klassenraum vorbereiten, in dem sie seine Decke bereitlegen, den Wassernapf füllen und das Schild an der Klassentür anbringen.

Dann läutet Sunny die Glocke und der Unterricht beginnt.

Er verteilt Vokabeln oder Rechenaufgaben an die Jugendlichen, teilt Gruppen ein, indem er Namenszettel apportiert, die in einer Kiste mit Kunststoffdosen liegen oder würfelt Zahlen.

Oder er ist selbst Thema des Unterrichtes, wenn es darum geht die menschliche Verdauung mit der eines Hundes zu vergleichen oder Knochen und Gelenke nicht nur an sich selbst, sondern auch an Sunny zu zeigen.

 

Wenn Sunny bei Klassenarbeiten anwesend ist, hilft er durch seine Präsenz und  die Möglichkeit ihn zu streicheln, ein „Blackout“ zu überwinden und Stress abzubauen.

 

Der aktive Einsatz von Sunny stärkt das Selbstbewusstsein.

Denn wer wäre nicht stolz, wenn er es schafft mit einem kleinen Handzeichen, einen Hund dazu zu bekommen, sich hinzusetzen.

 

„Der Hund fordert nicht.

Er erzählt nichts weiter,

er bewertet nicht.

Die Kinder können so sein wie sie sind.“

Die Kommunikation des Hundes ist

direkt und eindeutig,

kennt keinen, Spott, keine Vorwürfe und keine Verstellung.

 

Diese entlastende Erfahrung fördert die Motivation am Lernen und an der Kommunikation miteinander.

Seit 2014 haben Sunny und ich einen Auszubildenden:

 

Pelle ist ebenfalls ein Labrador Rüde. Er ist mit seinem einem Jahr im Umgang mit den Kindern sehr gelassen und souverän. Er liebt es Dinge zu finden, zu bringen und gekrault zu werden.

Pelle hat seine Ausbildung zum Berufsbegleithund gemeinsam mit mir erfolgreich abgeschlossen.

In diesem Frühjahr haben wir Sunny aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand verabschiedet.

 

Seitdem finden Sie dieses Schild an den Klassentüren, in denen Pelle den Unterricht begleitet:

 

Wir haben Schulhund Pelle zu Besuch!

Bitte vor dem Betreten des Klassenraumes

anklopfen!!!

 

 

Katja Must