Juli Zeh: "Corpus Delicti"

18.03.2019

Innerhalb der Stundensequenz zu Juli Zehs dystopischem Roman Corpus Delicti wurde von den Schülern der Klasse 11b ein neues Buchcover gestaltet.

Nie wieder erkältet sein, sich nie wieder Gedanken um die Gesundheit machen müssen und keine schweren Epidemien, die ganze Städte ausrotten. Das alles klingt doch ziemlich gut, nicht wahr? Aber ist es wirklich so einfach, in einem System zu leben, in dem sich alles um das Thema Gesundheit dreht?

Für Mia, von Beruf Biologin, scheint es anfangs zumindest, als wäre das System der METHODE genau das Richtige für sie. Sie hat einen anständigen Beruf, treibt regelmäßig Sport und lebt in einem angesehenen Wächterhaus mit freundlichen Nachbarinnen.

Doch nach dem Selbstmord ihres Bruders Moritz soll sich all das schlagartig für Mia ändern. Sie gerät in einen Konflikt mit sich selbst, in dem sie sich zwischen der Liebe zu ihrem Bruder - welcher wegen Mordes verurteilt wurde - und der Treue zur Methode entscheiden muss. Dass sie dabei sogar ihr Leben auf‘s Spiel setzen wird, ahnt sie zunächst nicht.

Nach Moritz´ Selbstmord ist Mia am Boden zerstört und grenzt sich größtenteils von der Außenwelt ab. Sie treibt keinen Sport mehr, räumt zu Hause nicht mehr auf und vernachlässigt ihre Meldepflichten, weshalb sie vom Gericht zu einem Klärungsgespräch eingeladen und ihr psychologische Hilfe angeboten wird. Doch Mia besteht darauf, allein über den Verlust hinwegzukommen und möchte in Ruhe gelassen werden.

Die einzige Person, mit der Mia über ihr Gefühlschaos redet, ist die „ideale Geliebte“, eine imaginäre Persönlichkeit, welche Moritz an Mia weitergegeben hat.

Durch Mias Gespräche mit der „idealen Geliebten“ wird ihr von Tag zu Tag mehr bewusst, dass sie sich zu ihrem Bruder und vor allem dessen Unschuld bekennen muss und wird somit ein Dorn im Auge der Methode.

Sie wird zusätzlich auf Grund des Missbrauchs toxischer Substanzen angeklagt, woraufhin ein chaotischer Prozess - mit Mias Anwalt Rosentreter an ihrer Seite - entsteht. Rosentreter selbst ist ein Methodengegner, aber fürchtet sich zu sehr vor der Methode, um dies zu äußern, weshalb er Mias Fall als Schlachtzug gegen die Methode benutzt. Rosentreter deckt während des Prozesses außerdem auf, dass Moritz zu Unrecht des Mordes verurteilt wurde. Denn Moritz besitzt die gleiche DNA wie der eigentliche Mörder Hannemann, von welchem Moritz als Kind Stammzellen erhielt, um seine Leukämie zu heilen. Somit beweist Rosentreter, dass die METHODE nicht unfehlbar ist.

Vorerst wird Mia freigelassen und der Prozess gegen sie eingestellt. Diese hat sich aber bereits geschworen gegen die Methode vorzugehen und geht mit Hilfe Kramers damit auch an die Öffentlichkeit, was ihr letztendlich zum Verhängnis wird, da Kramer einer der wichtigsten Verfechter der Methode ist und Mias Manifest für seine Vorteile benutzt. Er lässt Mia vom Methodenschutz festnehmen und stellt sie und Moritz öffentlich als Terroristen und Feinde der Methode dar, indem er falsche Beweise in Mias Wohnung platziert und falsche Zeugen gegen Mia aussagen lässt. Um Mia dazu zu bringen ein Geständnis methodenfeindlicher Taten zu unterschreiben, wird sie sogar gefoltert, was Mia aber nicht von ihrer Überzeugung abbringt.

In ihrer Schlussverhandlung wird Mia auf Einfrieren für unbestimmte Zeit verurteilt. Für Mia ist dies kein Schock, weil sie lieber sterben würde als in diesem System weiter zu leben. Doch diesen Gefallen tut ihr Kramer nicht. 

von Antonia Görner


Innerhalb der Stundensequenz zu Juli Zehs dystopischem Roman Corpus Delicti wurde von den Schülern der Klasse 11b ein neues Buchcover gestaltet.

Jannes Nehring: „Das Cover selbst soll einer kritischen Karikatur gleichen, die DIE METHODE und ihre Ideologin infrage stellen soll. […] In meiner Karikatur steht [der Äskulapstab] für die Ideologie der Methode, welche die menschliche Gesundheit als höchstes Gebot beschreibt. […] Die Figuren sind alle weiß gekleidet und gesichtslos. Dies soll den Verlust der Persönlichkeit und Individualität im […] beschriebenen Überwachungsstaat darstellen.“

Sophie Diekmann: „[…] umgeben ist die Stadt von einer Glaskuppel. Die Glaskuppel soll die Eingrenzung der Bewohner verdeutlichen. Man könnte sagen, dass die Menschen von der Methode eingeschränkt werden. Sie dürfen nicht in den Wald, das Sperrgebiet. Es gibt also eine imaginäre Grenze. Eine Grenze, die ich als Glaskuppel ansehe. […] Umgeben sind das Wasser und die Stadt von Schwärze. Zum einen soll die Schwärze wieder das Sperrgebiet symbolisieren, zum anderen ist der Roma eine Dystopie. Eine Dystopie ist eine negative Zukunftsvorstellung und die Farbe schwarz wird oft mit Negativem verbunden. […] Aus diesem Grund ist das Schwarz auch ein Symbol für die dystopische Vorstellung.“ 

Laetitia Liebold: „Corpus Delicti ist ein Roman, welcher eine Dystopie thematisiert. […] Im Mittelpunkt meines Covers steht der Mensch – doch statt individueller Kleidung oder Frisur ist nur ein Ultraschall zu sehen, quasi wie ein medizinischer Blick auf den Menschen. […] [Die DNA-Stränge] sollen an die staatliche Kontrolle erinnern, dass jeder Bürger sich der Gesundheit widmen und der sogenannten Methode unterwerfen soll."

Julia Schmidt: „Der Mann und die Frau stellen Moritz und Mia Holl dar. Beide haben einen neutralen Blick, was noch einmal auf die fehlende Lebensfreude verweist und sie schauen sich tief in die Augen. Dieser intensive Blickkontakt soll die tiefe Bindung zwischen den beiden verdeutlichen. Doch wie eben schon angesprochen, steht der [Äskulapstab] zwischen den Beiden. Das soll darauf verweisen, dass durch die Methode und ihre angebliche Unfehlbarkeit, die Beziehung zwischen vielen Menschen gestört wird. […] Mein Cover beschreibt zusammengefasst, dass diese Gesundheitsdiktatur Beziehungen zerstört und dass ihre stark verankerte Struktur auch fehlbar ist und nicht nur das Beste für die Menschen bringt."