Danse Macabre

12.06.2019

Aufführung Danse Macabre des Musiktheaterkurses 11- Copyright Melissa Ossowski

Aufführung Danse Macabre des Musiktheaterkurses 11- Bilder by Melissa Ossowski

"DANSE MACABRE - ein Bühnenstück zum gleichnamigen "Poeme symphonique" von Camille Saint-Saens pour deux pianos - entworfen und präsentiert von den Schülerinnen und Schülern des Musiktheaterkurs der Klassenstufe 11. Es entstand ein Musiktheaterstück, dem der Titel des „Poem symphonique“ (der Sinfonischen Dichtung) „Danse macabre“ – (Totentanz) zugrunde liegt. Das Ergebnis präsentierten die Schüler und Schülerinnen des Musiktheaterkurses Klasse 11 am vergangenen Mittwoch dem zahlreich erschienenen Publikum.

Der Inhalt auf den Punkt gebracht …
Der Tod ist keine angenehme Erfahrung, doch er gehört zum Leben und der Zusammenhalt in einer Familie und das Bewahren von Erinnerungen sind wichtiger als Geld.

Die Projektidee
Im Musiktheaterkurs war es möglich, projektweise ein ausgewähltes Musikwerk mit Schauspiel zu verbinden. Der Kurs bot die notwendige Zeit und Ruhe dazu, eine Komposition musikalisch zu analysieren und aus dem reichhaltigen Angebot musikalisch-thematischer Sequenzen Szenen zu entwickeln. In mehreren Unterrichtseinheiten und an einem Probentag wurde das Stück von den Schülern selbst konzipiert und szenisch umgesetzt – den Höhepunkt bilden ein abschließend vorliegendes vollständiges Drehbuch und die Aufführung am vergangenen Mittwochabend.

In den Rollen des Musiktheaterstückes
Tochter Suanne Nimser:                       Maren Wagner
Sohn Stephan Nimser:                         Felix Nimser
Enkelin Sophie Nimser:                        Sophie Dieckmann
Großmutter Ursula Nimser:                  Charline Lebekusch
Altenpfleger Thibault:                          Thibault Piper
Engel, Putzfrau, Nachbarin:                  Sarah Zumdick
Pfarrer, Notar, Nachbar:                        Jan Sarstedt
Taschendiebstahlopfer, Nachbar:         Yichen Feng

Pianisten auf zwei Klavieren:               Yichen Feng / Christian Hauf
Bühnentechnik                                    Yven Ungrad / Leonard Thiel
Begleitende Lehrkräfte:                       Ines Märkisch / Christian Hauf

Komponist und Komposition
Camille Saint-Saëns´ Sinfonische Dichtung „Danse macabre“ op. 40 (komponiert 1875) ist ein typisches Musikwerk der Programmmusik (das ist Musik, die außermusikalische Inhalte darstellt) hier den „Totentanz“, eine schon seit dem 14. Jahrhundert in Kunst, Literatur und Musik aufkommende Darstellung der Macht des Todes über das Leben.

Die Komposition ist ursprünglich für Gesang und Klavier vorgesehen – später für Sinfonieorchester arrangiert – aber auch vom Komponisten selbst herausgegeben für die Besetzung mit Violine und Klavier und für zwei Klaviere – pour deux Pianos. 

Camille Saint-Saëns (1835 in Paris geboren) führte ein wechselvolles Leben – früh als Wunderkind gefeiert (Pianist und Dirigent) – im mittleren Alter als Einzelgänger und ohne tiefere soziale Bindungen bekannt heiratet er mit 40 Jahren die 19-jährige Schwester eines Klavierschülers – aus der Ehe gehen zwei Söhne hervor, die die Eltern beide im Kindesalter verlieren – die Ehe hält noch drei Jahre, dann findet Madame Saint-Saëns das eheliche Bett neben sich leer vor und einen Zettel, auf dem stand: „Ich bin weg“ …

Das war der Beginn einer Zeit, in der Camille Saint-Saëns viel reiste – vornehmlich Nordafrika und Amerika - viel komponierte und intensiv als Konzertpianist auftrat.

Er hinterließ – oft wenigen bekannt – ein umfangreiches Oeuvre an sehr vielfältiger Musik, das die französische Musikkultur prägt: Opern, Sinfonien, Klavierkonzerte, ganze Zyklen sinfonischer Dichtung, ein Requiem, ein Weihnachtsoratorium, Kammermusik u. v. a. m.

„Danse macabre“ schrieb Camille Saint-Saëns 1875 – demnach etwa zu der Zeit, als er dem Tod sehr realistisch begegnete durch das frühe Sterben seiner beiden Kinder - in der Zeit nach der weniger glücklich verlaufenen Ehe führt er ein rastloses Leben teils ohne festen Wohnsitz – 1904 kehrt er nach Paris zurück, reist aber dennoch viel und weit in der Welt herum (mit 80 Jahren noch eine Konzerttournee in Amerika) und stirbt schließlich 1921 in Algier (Algerien).

Camille Saint-Saëns war ein Meister des musikalischen Arrangements und der Tonmalerei – ihm gelingt es in verblüffender Weise durch aussagekräftige melodische und harmonische Sequenzen die Phantasie der Hörer unmittelbar anzusprechen - sicher kennen Sie alle seinen „Karneval der Tiere“.

Christian Hauf, Fachbereich Musik LSH Grovesmühle
Quelle: Otto Neitzel - „Camille Saint-Saens“, Severus Verlag Hamburg