Schule ohne Rassismus

Im Zeitraum von 2009 bis 2011 haben wir daran gearbeitet, die Anerkennung als Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, zu erhalten. Diese Auszeichnung war und ist für uns besonders wichtig, weil wir es als unsere Aufgabe ansehen, als reformpädagogisch und freiheitlich geprägte Schule, einen Beitrag zur Stärkung des demokratischen Bewusstseins in Schule und Gesellschaft zu leisten.

Uns ist bewusst, dass wir es alleine nicht schaffen, Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus aus Sachsen-Anhalt zu verbannen. Deshalb haben wir uns Anfang 2010 mit sieben anderen Schulen aus der Region in einem Netzwerk "Schule ohne Rassismus - Netz-Harz" zusammengeschlossen.

Wir alle empfinden Vielfalt als Bereicherung

Unser Netzwerk umfasst zurzeit eine Förderschule, eine Sekundarschule, eine Berufsbildende Schule und vier Gymnasien. Damit spiegelt es auch die gesellschaftliche Realität der Vielfalt wieder. Ein Höhepunkt auf unserem Weg, war zweifelsohne die Übergabe von Urkunde und Schild zur Anerkennung als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am 09. September 2011. Wir sind sehr glücklich, dass es nach zwei Jahren Arbeit und intensiver Suche nach einem Paten – es ist der Weltklasse-Ruderer Marcel Hacker – zu dem bescheidenen aber dennoch sehr feierlichen Festakt gekommen ist, an dem Politiker aus der Region und die Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung, Frau Habisch teilgenommen haben.

Warum wir uns diese Arbeit machen?

Weil wir wollen, dass an unserer Schule die Geschichte lebendig bleibt, damit heute niemand mehr beleidigt, abgewertet, ausgegrenzt oder verfolgt wird und damit Argumente und Kompromisse den Umgang miteinander bestimmen und nicht körperliche oder psychische Gewalt. Aber wir sind auch realistisch.

Deshalb wollen wir, dass an unserer Schule auch gestritten werden kann, über politische Meinungen - von „rechts“ bis „links“, denn Konflikte bieten immer auch Entwicklungsmöglichkeiten. Wir bekennen uns aber zu gesellschaftlichen Grundwerten die heißen: Anerkennung der Demokratie und der Menschenrechte, Gewaltfreiheit und Toleranz gegenüber anders Denkenden. Auf dieser Grundlage wollen wir unsere Konflikte miteinander austragen und uns dabei als Persönlichkeiten weiterentwickeln.

Schule ohne Rassismus Grovesmühle
Schule ohne Rassismus Grovesmühle
Schule ohne Rassismus Grovesmühle
Schule ohne Rassismus Grovesmühle

Der Weg zur Anerkennung

Alles begann an der Grovesmühle im Jahr 2009, zu Weihnachten. Die Fachbereiche Musik, Kunst und Sozialkunde zeigten in der St. Martini-Kirche in Veckenstedt eine musikalische Aufführung, bei der das „Märchen vom Auszug aller Ausländer“ von Helmut Wöllenstein vertont und durch eigene Texte und Bilder der SchülerInnen zum Thema Exil und Fremdenfeindlichkeit ergänzt wurde.

Im Februar 2010 war eine Zeitzeugin bei uns zu Gast, deren Familie entflohene jüdische Häftlinge versteckte und die die vielen Fragen unserer Schüler geduldig und bewegend beantwortete.

Im Februar 2011 gab es bei uns eine Ausstellung der Berufsbildenden Schule Heinrich Mette aus Quedlinburg zu sehen, die sich künstlerisch mit der Verfolgung homosexueller Menschen in Deutschland und in der Welt beschäftigte und die den Schülern viel Diskussionsstoff bot.

Zwei Monate später haben die Fachbereiche Musik, Kunst, Geschichte, Ethik und Religion ihre alljährliche Exkursion mit den Klassen 10 nach Berlin durchgeführt. Auf dem Programm standen – neben dem Besuch des Jüdischen Museums und des Holocaust Denkmals – auch ein Besuch des Gefängnisses des Ministeriums für Staatssicherheit in Hohenschönhausen.

Am 25. Juni 2011 fand das alljährlich von den Netzwerkschulen organisierte Fußballturnier statt. Diesmal fuhr unsere Mannschaft nach Quedlinburg. Im Sommer 2012 wurde das Fußballturnier bei uns an der Grovesmühle ausgetragen.

Im September 2011 nahmen unsere beiden 10. Klassen mit zwei Beiträgen an einem Wettbewerb der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge teil, mit dem Thema: „Stigmatisierung, Ausgrenzung, Verfolgung, Vernichtung – was geht mich das heute noch an.“ Bereits während unserer Sozialtage Anfang Juli 2011, waren Schülerinnen und Schüler in der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge, um sich über Menschenrechtsverletzungen und Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialismus zu informieren und um durch unseren Arbeitseinsatz auf dem Gelände mit dafür zu sorgen, dass die Angehörigen der Opfer einen würdigen Ort für ihr Gedenken vorfinden. Diese Arbeit haben die SchülerInnen als sinnvoll und zufriedenstellend empfunden, wodurch eine mittlerweile langjährige Zusammenarbeit entstand. In jedem Jahr unterstützen SchülerInnen während der Sozialtage die Mitarbeiter in der Gedenkstätte.

Am 10. Dezember konnte Herr Dr. Warnecke auf unserem alljährlich stattfindenden Weihnachtsmarkt eine freudige Überraschung verkünden: Die Schüler der Grovesmühle hatten beim Menschenrechtswettbewerb den 1. Preis gewonnen!

Wir sind sehr stolz auf das bisher Erreichte, denn wir, Schüler und Lehrer zusammen, haben bisher schon einiges dafür getan um unsere Schüler bzw. Mitschüler über den Nationalsozialismus, Diktaturen und die Folgen von Rassismus und Intoleranz aufzuklären.

Was bisher geschah ...

2017

Auszeichnung "Aktiv für Demkoratie und Toleranz- gegen Extremismus und Gewalt" für die Patenschaft mit einer Roma-Schule

Spendenlauf " Wir laufen uns bunt" im Rahmen der Teilnahme am Aktionstag für die Gleichberechtigung behinterter Menschen"

Berlinfahrt Thema "Homosexuelle im Nationalsozialismus"

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2016

Berlinfahrt Thema "Diktaturen in Deutschland"

Projekt "Bedeutung der Menschenrechte in der DDR im Vergleich zur Gegenwart"

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2015

Teilnahme regionale sowie bundesweite Lernstatt Demokratie in Magdeburg und Jena

Fachübergreifendes Projekt Geschichte und Sozialkunde, im Rahmen dessen ein Gespräch mit zwei "Lebensbornkinder" stattfand

Besuch der Tötungsanstalt Bernburg

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2014

Übernahme Patenschaft für Roma-Schule

Besuch Auschwitz, besondere Auseinandersetzung mit dem Schicksal der Sinti und Roma

Beteiligung Projekt „Namenstafeln“ der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge

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2013

Besuch in Rumänien

Auszeichnung "Bestes Soziales Projekt" - Zeitschrift UNIKUM ABI

Versenden von Weihnachtspäckchen für die Kinder des Pippi-Langstumpf-Hauses nach Sibiu

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2012

Veranstaltung eines Holocaustgedenktag in der Grovesmühle

Anfänge Schulpatenschaft für das Pippi-Langstrumpf-Haus in Sibiu/Rumänien

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2011

Anerkennung "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"

Seit 2011 besteht eine Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Konzentrationslager Langenstein-Zwieberge in Halberstadt

1. Platz Schülerwettbewerb "Menschenrechte in Vergangenheit und Gegenwart"

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Fußballtunier-Netzwerk Schule ohne Rassismus Netz Harz


2010

Anfang 2010 wurden wir Mitglied des Netzwerk "Schule ohne Rassismus- Netz Harz", einem Schulverbund aus sieben Schulen. Seitdem beteiligen sich unsere SchülerInnen an den alljährlich zwischen den Netzwerkschulen und ausländischen Gästen stattfindenden Fußball- bzw. Volleyballturnier. Wir glauben, dass gemeinsame sportliche Aktivitäten das gegenseitige Verständnis und das friedliche Miteinander von Menschen unterschiedlicher Kulturen fördern. Im Juni 2012 fand das Turnier erstmalig in der Grovesmühle statt.

2009

Kurz vor Weihnachten 2009 haben die Fachbereiche Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Kunst sowie Musik und Theater beschlossen, sich aktiv an dem Projekt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" zu beteiligen. Unser erstes gemeinsames Projekt hierfür war eine musikalische Aufführung, die auf einer Geschichte von Helmut Wöllenstein, dem „Märchen vom Auszug aller Ausländer“ beruhte, die durch eigene Texte der SchülerInnen ergänzt wurde.

Patenschule in Sibiu: Das Pippi-Langstrumpf-Haus

Seit Beginn des Jahres 2014 hat das Landschulheim Grovesmühle eine Schulpatenschaft für das Pippi-Langstrumpf-Haus in Sibiu (Rumänien) ein Projekt der Kinderhilfe für Siebenbürgen e.V. übernommen. Das Pippi-Langstrumpf-Haus bietet Romakindern die Möglichkeit zur Schule zu gehen. Sie werden dort betreut und bekommen warme Mahlzeiten. In der Schule können die Kinder erfahren, wie es sich anfühlt willkommen zu sein und lernen, wie wichtig Bildung ist.

Aktuelles und Aktionen

Wir sind jetzt seit sieben Jahren eine "Schule ohne Rassiusmus - Schule mit Courage" und haben uns in dieser Zeit im Unterricht, in außerschulischen Projekten und bei unseren Studienfahrten nach Berlin intensiv mit dem Thema Rassismus auseinandergesetzt.

Neben dem Holocaust haben wir uns fächerübergreifend auch mit anderen Minderheiten, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden, beschäftigt. Im Laufe der Zeit wurden unser Blick erweitert. Wir sahen, dass es schon vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, am Anfang des 20.Jahrhunderts, in den deutschen Kolonien in Afrika einen Völkermord an den Herero und Nama gab. Und bei der Beschäftigung mit dem Schicksal der Minderheiten der Roma und Sinti, der Behinderten und der Homosexuellen mussten wir sehen, dass die Diskriminierung und Ausgrenzung mit dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland keineswegs beendet war, sondern sogar bis ins 21. Jahrhundert andauert.

Demgegenüber konnten wir auch sehen, dass die deutsche Mehrheitsgesellschaft nach dem zweiten Weltkrieg schnell wieder in die europäische Gemeinschaft aufgenommen wurde und die anderen Länder uns, dem einstigen Kriegsgegner, Vertrauen entgegenbrachten, durch das es uns erst möglich war eine wichtige Rolle in einem vereinten Europa zu übernehmen. Dafür sind wir ihnen dankbar und drauf sind wir stolz.

Dass wir Verantwortung übernehmen können, haben wir bei den Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlingen die zu uns kamen, gezeigt. Es ist Zeit, dass wir Verantwortung auch für die Opfergruppen übernehmen, die bisher keine Entschädigungsleistungen erhalten haben.


Christian Hauf (FB Musik) & Gabriele Rudnik (FB Sozialkunde)

Referent Dr. Hans-Christian Lütje

Dr. Hans-Christian Lütje über seine außergewöhnliche Geschichte in der DDR.

Zeitzeugen der DDR

23. Halle-Forum zum Thema "Vom "Roten Ochsen" nach Mühlberg (Elbe)" - 25. und 26.Oktober 2017

Projekte im Konzert

Das Landschulheim Grovesmühle präsentierte im Rahmen eines musikalischen Abends ihr soziales Engagement zum Thema Kinderrechte

U18 Wahl - Die Wahl für Kinder und Jugendliche

Die CDU/CSU geht als klarer Sieger hervor und AfD scheitert an 5% Hürde!

Zeitzeugengespräch Michael Goldmann-Gilead

Die Bedeutung des Eichmann-Prozesses für die Aufarbeitung der Shoah in Deutschland

Egal? Geht nicht!

Projekttag "Zum couragierten Handeln gegen menschenverachtende Einstellung und Neonazis"

Menschenrecht in der DDR

Referentin für politische Bildung Annette Hildebrandt und Pädagoge, Theologe und Autor Lothar Tautz zu Gast in der Grovesmühle

"Gesagt getan". "Ich übernehme Verantwortung!"

Regionale Lernstatt Demokratie in Sachsen-Anhalt 2015

Studienfahrt nach Auschwitz 2014

Kooperation mit der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge

Schüler engagieren sich in Rumänien

Auszeichnung "Schule des Jahres 2013 mit dem besten sozialen Projekt"

Die Menschen in der Grovesmühle

Lehrer, Erzieher und Sozialpädagogen betreuen die SchülerInnen, doch was wären wir ohne unsere Mitarbeiter in der Verwaltung, unsere Hausmeister und Handwerker, unsere Reinigungskräfte und unser Küchenteam. 

Das Herz der Grovesmühle ist das tolle Team, welche das Leben an und in der Internatsschule zu etwas Besonderen machen.

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